Von Olivenöl- und Abgasskandalen



Unolio-Chef Giuseppe Sarella wanderte am 18. Juni 2018 in Untersuchungshaft. Von seinem Job als Vorstandsvorsitzender des Florentiner Olivenölabfüllers wurde er beurlaubt - und wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auch nicht wieder auf diesen Posten zurückkehren. Sarella wird Betrug vorgeworfen. Er soll nach Bekanntwerden der vorsätzlichen Olivenölpanscherei in den USA 2015 weiter manipulierte Olivenöle in Europa verkauft haben. Auch Marco Falorni, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Oli e Grassi SA und prominentestes Gesicht des Olivenölskandals, hat allen Grund, sich vor den Fängen der Justiz zu fürchten. Ihm droht ein ungemütlicher Lebensabend. Womöglich hinter Gittern. Wenn nicht in den USA, dann vielleicht gar in Italien.  Bei den beiden Blendmastern Olio Cesarios und Fratelli De Nardos, Leonardo Nero und Javier Gutierrez, haben die Handschellen schon geklickt. Beide sitzen seit September 2017, resp. seit April 2018 in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft Rom ermittelt im Olivenölpanscher-Skandal mittlerweile gegen 39 Personen. Und, nachdem auch bei den anderen italienischen Olivenöl-Grossabfüllern Speranza Agroalimentari und Frantoi Aldo Razzien durchgeführt wurden, bleibt Oli di Mare Blu srl vorerst der einzige industrielle Olivenölabfüller Italiens, bei welchem die Justiz nicht ein- und ausgeht. Der italienische Olivenölbetrug ist ein Skandal ungeheurlichen Ausmasses. Jahrelang wurden Olivenölkonsumenten, Justiz- und Agrarbehörden, sowie Bauernverbände übelst hinters Licht geführt. Jetzt wendete sich das Blatt. Die Justiz schlägt erbarmungslos zurück.




Audi-Chef Rupert Stadler wanderte am 18. Juni 2018 in Untersuchungshaft. Von seinem Job als Vorstandsvorsitzender des Ingolstädter Autobauers wurde er beurlaubt - und wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auch nicht wieder auf diesen Posten zurückkehren. Stadler wird Betrug vorgeworfen. Er soll nach Bekanntwerden der Abgasschummeleien in den USA 2015 weiter manipulierte Autos in Europa verkauft haben. Auch Martin Winterkorn, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG und prominentestes Gesicht des Dieselskandals, hat allen Grund, sich vor den Fängen der Justiz zu fürchten. Ihm droht ein ungemütlicher Lebensabend. Womöglich hinter Gittern. Wenn nicht in den USA, dann vielleicht gar in Deutschland.  Bei den beiden Motorenentwicklern Audis und Porsches, Wolfgang Hatz und Jörg Kernen, haben die Handschellen schon geklickt. Beide sitzen seit September 2017, resp. seit April 2018 in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgasskandal mittlerweile gegen 39 Personen. Und, nachdem auch bei den anderen deutschen Edelmarken Mercedes und BMW Razzien durchgeführt wurden, bleibt Opel vorerst der einzige deutsche Autobauer, bei welchem die Justiz nicht ein- und ausgeht. Der deutsche Diesel- oder Abgasbetrug ist ein Skandal ungeheurlichen Ausmasses. Jahrelang wurden Autokäufer, Justiz- und Umweltbehörden übelst hinters Licht geführt. Jetzt wendete sich das Blatt. Die Justiz schlägt erbarmungslos zurück.


Auflösung

Welcher Text wurde so im Fühjahr 2018 in einer Tageszeitung abgedruckt? Der erste oder der zweite? Es ist der zweite Text, welchen ich so in einer Tageszeitung gelesen hatte. Ich änderte kurzum die Namen der Protagonisten und legte das Ganze auf Olivenöl anstelle von Dieselmotoren aus - und schon hatte ich eine täuschend echte Geschichte. Quasi à la Relotius. Selbstverständlich ist die erste Geschichte, sind die Zusammenhänge und Namen frei erfunden.