Master of Olive Oil übt in Brief Kritik an der Kommunikation des Bundesamtes für Gesundheit BAG



Bundesamt für Gesundheit BAG

Frau Anné Levy

Schwarzenburgstrasse 157

CH-3003 Bern





12. Mai 2021




Irreführende Aussagen von Prof. Dr. Christoph Berger in einer am 10. Mai 2021 auf LinkedIn auf dem Kanal des «Bundesamt für Gesundheit BAG» ausgestrahlten Werbung zur Sicherheit von «COVID-19-Impfstoffen»



Sehr geehrte Frau Direktorin Levy


Inmitten einer Krise historischen Ausmasses sind Sie als Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit BAG vermutlich quasi-täglich mit nicht alltäglichen Fragestellungen konfrontiert.


Dass Sie jetzt – womöglich unter Hunderten anderen – ein Schreiben von einem Olivenölkritiker erhalten, dürfte Sie nicht weiter erstaunen. In der Tat habe ich mir gründlich überlegt, ob ich mich fernab von meinem Fachgebiet auch zu gesellschaftspolitischen Themen äussern soll. In der vor nicht allzu langer Zeit angebrochenen Epoche der «Cancel Culture» hat man schliesslich das Risiko, seine Reputation zu verlieren. Die aktuellen Entwicklungen lassen für mich aber keine andere Möglichkeit zu, als eben jene aktuelle Entwicklung, welche ich mit grosser Besorgnis beobachte, öffentlich und selbstverständlich auf der Grundlage von für solide befundenen Argumenten infrage zu stellen.


Mit diesem Schreiben weise ich Sie darauf hin, dass der vom Bundesamt für Gesundheit BAG eingesetzte Werbeträger in der Person von Prof. Dr. Christoph Berger in der am 10. Mai 2021 auf dem LinkedIn-Kanal des «Bundesamt für Gesundheit BAG» ausgestrahlten Werbung[1] in Sachen Sicherheit von «COVID-19-Imfpstoffen» eine belegbare Falschaussage macht.


Prof. Dr. Christoph Berger sagt im BAG-Werbefilm das Folgende (Zitat, übersetzt in Schriftsprache):

«Nein, diese Impfung ist für Patienten mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem

nicht gefährlich. Es ist möglich, dass die Impfung diese Patienten nicht so gut schützen kann, aber das Erstaunliche – gerade bei dieser Impfung – ist, dass sie eben gerade die älteren Personen und jene mit Vorerkrankungen genauso gut schützt.»



Die Kernbotschaft dieser vom Bundesamt für Gesundheit BAG publizierten Werbung enthält einen krassen Widerspruch. Die Werbung hat demnach ein hohes Potenzial, den Adressaten in die Irre zu führen.


A) Prof. Dr. Christoph Berger gibt an, dass die «Impfung» Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem womöglich nicht so gut schützen kann.

B) Prof. Dr. Christoph Berger gibt an, dass gerade diese «Impfung» ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen genauso gut schützt.


In Compendium steht – Stand 12. Mai 2021 – zum Produkt COMIRNATY COVID-19 Vaccine Inj Konz (iH 12/20) im Zusammenhang mit Warnhinweisen für immungeschwächte Personen das Folgende[2]:

«Immungeschwächte Personen

Die Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs wurden bei immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen unter immunsuppressiver Behandlung, nicht untersucht. Die Wirksamkeit von Comirnaty kann bei immunsupprimierten Personen verringert sein.»


Nach den von swissmedic zur Verfügung gestellten Informationen könnte zumindest das Präparat Comirnaty, wenn es bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem eingesetzt wird, eine verringerte Wirksamkeit zeigen. Weder die Wirksamkeit noch die Sicherheit noch die Immunogenität des Impfstoffs Comirnaty wurden in der Studie von Pfizer / BioNTech bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem untersucht. Es liegen bis zum 12. Mai 2021 in compendium.ch keine weiterführenden oder neueren Daten vor. Demnach wäre Aussage A) Prof. Dr. Christoph Bergers korrekt, Comirnaty könnte bei immungeschwächten Menschen eine verringerte Wirkung haben. In Aussage B) widerspricht sich Prof. Dr. Christoph Berger allerdings und behauptet, dass diese «Impfung» ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen genauso gut schützt.


Im Zusammenhang mit der Ausstrahlung dieser Werbebotschaft bitte ich Sie, Frau Levy, mir die folgenden Fragen zu beantworten:

1) Auf welche belastbaren Daten stützen sich Herr Prof. Dr. Christoph Berger und das Bundesamt für Gesundheit BAG, um Aussage B) belegen zu können?

2) Ist davon auszugehen, dass die «COVID-19-Impfungen» Menschen mit Vorerkrankungen und / oder geschwächtem Immunsystem womöglich nicht schützt, wie es die von swissmedic zur Verfügung gestellte Information offenlässt?

3) Wie erklären Sie sich den krassen Widerspruch in der Werbeaussage Prof. Dr. Christoph Bergers?

4) Liege ich mit der Annahme richtig, dass das Werbematerial vor dem Hochladen und der Ausstrahlung von Seiten des Bundesamtes für Gesundheit BAG (nach dem Drehbuchschreiben, nach der Bewegtbild- und Tonaufnahme, nach dem Schneiden am Schnittpult, nach der Animation, nach dem Rendern, nach dem Ausspielen) überprüft und freigegeben wurde?

5) Was gedenken Sie mit Blick auf eine Richtigstellung der Falschaussagen von Prof. Dr. Christoph Berger zu tun? Entweder ist Aussage A) oder Aussage B) falsch.


Prof. Dr. Christoph Berger bezieht sich im selben Video des Bundesamtes für Gesundheit BAG auf die Sicherheit der «COVID-19-Impfstoffe». Er sagt, dass die Impfung für «Patienten mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem» nicht gefährlich sei, was das Bundesamt für Gesundheit BAG im LinkedIn-Beitrag schriftlich unterstreicht. Es schreibt dazu: «Fakt ist, dass die Impfstoffe auch für Personen mit Vorerkrankungen sicher sind.»


Hierzu verweise ich nochmals auf die Daten und Informationen von swissmedic in compendium.ch:


«Immungeschwächte Personen

Die Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs wurden bei immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen unter immunsuppressiver Behandlung, nicht untersucht.[..]»


Der Fall von Nicola Mendelsohn, Vizepräsidentin von Facebook EMEA, wurde diese Woche öffentlich bekannt. Die mit zwei Dosen gegen COVID-19 geimpfte Managerin leidet an Blutkrebs. Wie sie am 11. Mai 2021 auf Evening Standard schrieb, entwickle ihr Körper keine Antikörper. «Die Ergebnisse meines Covid-Antikörpertests waren negativ. Drei Wochen nach meiner zweiten Impfdosis für Covid-19 musste ich feststellen, dass ich keine Immunität hatte. [..] Es gibt seit langem Befürchtungen, dass die Impfstoffe bei uns nicht so gut wirken, weil wir ein geschwächtes Immunsystem haben, und es wird jetzt immer deutlicher, dass sich diese Befürchtung bewahrheitet. Die wissenschaftlichen Beweise sind überzeugend und häufen sich. Darüber hinaus zeigen die neuesten Daten der Intensivstation, dass eine von zwanzig neuen Einweisungen in Covid für Menschen mit Blutkrebs erfolgt, während früher nur eine von 70 Einweisungen während der Pandemie stattfand, während die Forschung zeigt, dass wir viel weniger wahrscheinlich Antikörper haben, nachdem wir geimpft wurden. Obwohl ich geimpft wurde, gehöre ich zu den Menschen, die überhaupt keine Antikörper haben.»[3]


Ich frage Sie, Frau Levy, anhand welcher Daten die Behauptung Prof. Dr. Christoph Bergers, die «COVID-19-Impfstoffe» seien für Personen mit geschwächtem Immunsystem sicher, seitens BAG belegbar ist? In Compendium lese ich – Stand 12. Mai 2021 – zum Produkt COMIRNATY COVID-19 Vaccine Inj Konz (iH 12/20) das Folgende[4]:


«Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, den Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen».

Die vorliegende Produktinformation wird regelmässig aktualisiert, sobald weitere Daten und Sicherheitsberichte verfügbar sind.

Comirnaty ist befristet zugelassen – siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen».»

Für Comirnaty wurden Fälle von Anaphylaxie berichtet[5][6], was eine sehr seriöse Überempfindlichkeitsreaktion darstellt, die nicht rechtzeitig behandelt und / oder unbehandelt zum Tod des Impflings führen kann.


Ebenso sind nach Comirnaty resp.Tozinameran-Injektionen Fälle von Herzmuskelentzündungen aufgetreten. Es wird abgeklärt, ob ein Zusammenhang mit der Impfung besteht.[7]


swissmedic gibt laut compendium.ch weiter an, dass die Dauer des durch den Impfstoff induzierten Schutzes nicht bekannt ist (Stand 12. Mai 2021), da sie noch in laufenden klinischen Studien ermittelt wird.[8]


Aufgrund dieser von swissmedic vorliegenden Informationen ist demnach davon auszugehen, dass noch nicht geklärt ist und in der Natur der Sache liegend noch nicht geklärt sein kann, ob das Präparat Comirnaty tatsächlich sicher ist.


Ich frage Sie in diesem Zusammenhang, von welcher «laufenden klinischen Studie» swissmedic in compendium.ch schreibt? Wird in der Schweiz eine laufende klinische Studie zum Präparat COMIRNATY COVID-19 Vaccine Inj Konz (iH 12/20) (Tozinameran) geführt? Wenn ja, welche? Und werden die Impflinge darüber informiert, dass sie an einer Studie teilnehmen? Bezieht sich swissmedic allenfalls auf eine laufende klinische Studie in Israel?


Ich bitte Sie höflich, mir die gestellten Fragen zu beantworten und danke Ihnen jetzt schon herzlich für Ihre Mühen.




Freundliche Grüsse




Silvan Brun

[1] https://www.linkedin.com/posts/bag-ofsp_impf-mythos-10-vorerkrankungen-activity-6797491634423525376-zmRq [2] compendium.ch – Comirnaty COVID-19 Vaccine Inj Konz (iH 12/20) – Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Immungeschwächte Personen [3] https://www.standard.co.uk/insider/nicola-mendelsohn-blood-cancer-vaccine-facebook-b934384.html [4] https://compendium.ch/product/1462602-comirnaty-covid-19-vaccine-inj-konz/mpro [5] compendium.ch – Comirnaty COVID-19 Vaccine Inj Konz (iH 12/20) – Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen [6] https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Vor-Anaphylaxie-bei-Corona-Impfung-wird-gewarnt-415495.html [7] https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/untersuchung-biontech-impfung-herzmuskelentzuendung-100.html [8] compendium.ch – Comirnaty COVID-19 Vaccine Inj Konz (iH 12/20) – Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Immungeschwächte Personen